Wir zügeln mit den Büros nach Naters

Unternehmer Hans Ritz zügelt mit seinen beiden Architektur- und Planungsbüros von Grengiols und Bellwald nach Naters. Bis Anfang 2021 sollen die neuen Räumlichkeiten bezugsbereit sein. Grund für den Umzug ist die Zweitwohnungsinitiative. Diese hat die Bauentwicklung im Goms praktisch zum Erliegen gebracht.
Seit 1981 betreibt der Unternehmer Hans Ritz in Grengiols ein Architektur- und Planungsbüro. Zwei Jahre später erfolgte die Eröffnung eines weiteren Büros in Bellwald. Zu dieser langen und erfolgreichen Firmengeschichte kommt nun ein weiteres Kapitel hinzu. Denn Ritz will seine beiden Gommer Filialen nach Naters verlegen. Der Standort der neuen Geschäftsstelle liegt unmittelbar neben der Überbauung Du Rhône. Ritz und mit ihm knapp 40 Angestellte wollen die neuen Räumlichkeiten spätestens Anfang 2021 und damit pünktlich zum 40-jährigen Bestehen des Unternehmens beziehen. Ritz plant einen sechsstöckigen Gebäudekomplex. Die Etagen eins und zwei sind für das Unternehmen vorgesehen. Für die Stockwerke drei bis sechs plant Ritz 20 Wohnungen. Die Planungen laufen.
 
«Dieser Umzug ist auch für mich speziell, aber aus wirtschaftlicher Sicht bleibt uns schlicht keine andere Wahl», erklärt Ritz. Dass künftig sämtliche Mitarbeiter unter einem Dach seien, bringe zahlreiche betriebsinterne und logistische Vorteile mit sich. Hauptgrund des Umzugs von der Bergregion in den Talgrund stelle jedoch die Zweitwohnungsinitiative sowie das Raumplanungsgesetz mit den damit verbundenen negativen Auswirkungen dar. «Die Zweitwohnungsinitiative hat im Goms voll eingeschlagen», so Ritz.
 
Starker Rückgang der Bautätigkeit im Goms…

«Bereits bei der Annahme der Initiative war für mich klar, dass das Wirtschaften im Goms äusserst schwierig werden wird», blickt Ritz zurück. Das Geschäft mit Neubauten sei durch die neuen Gesetzgebungen praktisch zum Erliegen gekommen. «Vor der Initiative zählten wir im Goms durchschnittlich 15 bis 20 neue Baustellen pro Jahr.» Dies sei heute bei Weitem nicht mehr
der Fall. Und so macht es gemäss Ritz auch keinen Sinn mehr, die Büros weiterhin im Goms zu betreiben, wenn sich sämtliche Aufträge und damit auch die Arbeit der Angestellten zu einem Grossteil auf die Talebene fokussiert. Zudem stammten bereits heute zahlreiche Mitarbeiter aus der Tal -
ebene. «Die Politik muss sich dringend etwas einfallen lassen, damit unsere Bergdörfer nicht zu Museen verkommen», mahnt der Unternehmer, der seit Jahrzehnten zu den bedeutends -
ten Geschäftsmännern der hiesigen Immobilienbranche zählt. «Ich bin mir aber auch bewusst, dass unser Wegzug für Grengiols, ja die Region Goms, eine schlechte Nachricht ist.»
 
…trifft auf reges Treiben in der Talebene
 
Im Gegensatz zur Bergregion sieht Ritz im Talgrund nach wie vor grosses Potenzial. Ein Ende des aktuellen Baubooms sei mittelfristig nicht in Sicht. Der Unternehmer ist überzeugt: «Die
intensive Bautätigkeit in der Talebene wird auch während der nächsten zehn Jahre anhalten.»
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